Videoberichterstattung von einer Messe – unsere Erfahrungen von der Eurobike

Diese Jahr haben wir es das erste Mal gewagt. Inspiriert von der Interbike Berichterstattung vergangenes Jahr auf Pinkbike.com hatte ich mich schon letztes Jahr entschlossen, das selbst auch für MTB-News.de zu versuchen.

Dank fehlender Vorbereitung haben wir etliche Fehler gemacht – wer selbst so eine Aktion vorhat sollte sich die folgenden Punkte ansehen

– Vorbereitung: Termine vorab ausmachen:
Auf Messen sind alle im Streß. Immer. Daher unbedingt die Termine vorher ausmachen – sonst sieht es schlecht aus. Ich habe einen Nachmittag telefoniert und gemailt und hatte über 20 Termine vereinbart.

– Equipment
Ohne Mikro kein Ton
Crossie, der als Video-erfahrener Mitstreiter einen Löwenanteil an der Videoaktion hatte, bestand im Vorfeld darauf, ein externes Mikro zu kaufen und mitzunehmen. Wenn es denn sein muss – dachte ich. Nachdem die ersten Aufnahmen im Kasten waren wurde klar warum – in den lauten Messehallen ist ohne Mikro der Ton nicht verwendbar – man hört lediglich lautes Stimmenwirrwarr.

Anzahl Laptops >= Anzahl User + 1
Wir waren zu zweit, also hatten wir zwei Laptops dabei. Das war genau eines zu wenig. Das Capturen (kopieren der DV-Bänder auf Festplatte) dauert genau so lange, wie man Material aufgenommen hat. Am ersten Tag waren das über eine Stunde auf zwei Kameras , also zwei Stunden, die ich damit zubrachte, die Bänder auf Festplatte zu überspielen.
Das ganze kann auch unbeaufsichtigt machen und die Zeit sinnvoller nutzen – z.B. auf einem weiteren Laptop das erste Video bearbeiten.

Dasselbe Problem gibt es, wenn die Videos fertig sind und gerendert / komprimiert werden müssen. Das kann lange dauern, sehr lange sogar – und währenddessen kann man am Computer nicht viel machen.

– Vorher testen – auch keine schlechte Idee
Ich bin direkt nach meinem Urlaub zur Eurobike gefahren und wir hatten nie einen Testlauf. Das merkten wir direkt am ersten Tag, als wir feststellten, dass Crossie zwar externe Festplatten dabeihatte, ich aber vom iBook nicht darauf schreiben konnte (NTFS). Es war leider wichtiges Zeug drauf, so dass mir Crossie die Partitionierung auf FAT32 verbot. Wir hatten uns am DIMB-Stand zum Schneiden ausgebreitet – dort ernteten wir auf unsere Frage „Hat jemand eine USB-Festplatte dabei?“ lautes Gelächter. Mein Memory Stick mit 512 MB war auch keine Alternative bei den riesigen Videorohdaten. Ein neidischer Blick ging zu den Jungs von Bike-Tv.cc – die uns im Pressezentrum gegenüber saßen und Ihre Laptops per Crosslinkkabel verbunden hatten.

– Festplatten
Die Rettung gab es im nahe gelegenen MediaMarkt – eine weitere externe Festplatte – auf die wir nun beide schreiben und lesen konnten.

– Was sonst noch?
Kopfhörer mitnehmen – nur so kann man gleichzeitig zu zweit arbeiten.
– Netzwerkkabel, Hub
so kann man die Laptops verbinden und muss nicht immer die Festplatten umstöpseln. Wie man das dann softwareseitig einrichtet sollte man dann ebenfalls wissen

– Steckdosenleiste: mitnehmen.

Die Zeit:
Videos capturen, zusammenschneiden, mit Titel versehen und für das Web zu komprimieren kostet viel Zeit – einen Abend haben wir bis 3:00 früh gemacht, den anderen bis 4:00. Die Videos waren daher powered by RedBull ☺

Beim Filmen:
Wir hatten 2 Kameras (Canon XM2 und ein Sony-Consumer-Gerät) sowie ein Mikro. Die Kamera mit dem Mikro dran sollte unbedingt den Sprecher filmen, sonst verbringt man nachher Ewigkeiten damit, den Ton synchron zum Bild zu bekommen (ist uns beim Magura-Clip passiert – das war der allererste). Mit der anderen Kamera haben wir die Artikel, die vorgestellt wurden, gefilmt.
Es sollte der Sprecher nur kurz gezeigt werden – und mehr die Artikel / Bikes. Was uns beim Schneiden nicht aufgefallen war, wurde uns in den ersten Kommentaren im Forum sowie beim ersten Kommentar meiner Frau klar „Warum habt Ihr denn den Typ (Richi) so viel da drauf und die Bikes so wenig?“ – nächstes Mal wirds besser – versprochen.

Komprimierung:
Natürlich hatten wir uns im Vorfeld auch nicht um die Komprimierung gekümmert – die ersten 3-Minuten Clips lagen so auch bei lockeren 60MB – mit irgendwelchen Einstellungen komprimiert, die ganz gut klangen. In Briefmarkengröße wurde es etwas weniger – beides nicht akzeptabel. Uns fiel STUND ein – die Videoserie, die aktuell auf MTB-News.de läuft. Also haben wir nachgesehen und dasselbe Dateiformat gewählt und siehe da – die Dateigröße war im grünen Bereich. Die Komprimierung dauert sehr lange. Die letzten Videos wurden auf der Heimfahrt auf dem Beifahrersitz fertig…

Downloads, Traffic:
Wie oben schon geschrieben, lag die Anzahl der Downloads nach kürzester Zeit schon im xx.xxxx Bereich. Da es am Dienstag nach der Eurobike auch noch eine neue STUND-Folge gab und wir alles vom selben Server ausliefern ließen erreichte uns Mittwochs eine Warnung wegen drohender Überschreitung unseres Inklusiv-Traffics („This is a friendly reminder that your webserver listed above is getting close to its monthly allotted usage.“ – der Traffic beträgt mehrere TB). Wir haben die Files dann auf mehrere Server verteilt. Die Videos wurden über Lighttpd ausgeliefert – damit gibt es keine Problem mit der Serverauslastung.

Soviel zu unseren ersten Schritten im Bereich der Videoberichterstattung. Wie die Filme beim Betrachter ankommen hängt trotz Technik sehr weit vom jeweiligen Präsentator ab. Insgesamt das beste Video war laut vielen Emails das von Cannondale – Larry hat mit seiner mitreissenden Art zahlreiche User begeistert.
Larry Westney von Cannondale stellt die 2007er Palette vor

Trotz unserer Anfängerfehler war das Feedback auf die Aktion positiv – wir werden die Aktion kommendes Jahr sicher wieder durchführen.

Links:
Das Ergebnis: unsere Mountainbike-Videos von der Eurobike

STUND – Videoserie auf MTB-News.de

4 Gedanken zu „Videoberichterstattung von einer Messe – unsere Erfahrungen von der Eurobike

  1. wie recht du hast… hehe

    das mit den mehreren laptops und dem filesystem (NTFS/FAT32) konnten wir ja nicht im vornherein wissen, ich hab sowas in der art auch zum ersten mal gemacht, war aber auf jeden fall ne erfahrung wert und man weiss fürs nächste mal wie der hase läuft :)
    (das mit dem hasen gilt genauso für den inhalt der beiträge)

    viel macht dabei auch der moderator aus, vielleicht sollten wir nächstes mal doch wirklich darüber nachdenken nen frage-antwort-spiel mit nem moderator zu machen. dann können wir das ganze auch zeitlich eingrenzen bzw inhaltlich kürzen, falls die antworten zu lang ausfallen sollten.

    cheers
    crossie

  2. Pingback: Das Schaltwerk

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